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GESELLSCHAFTLICHE INNOVATION DURCH
'NICHTHEGEMONIALE' WISSENSPRODUKTION

'Okkulte' Phänomene zwischen Mediengeschichte, Kulturtransfer und Wissenschaft, 1770 bis 1970

 

 

 

Kunst und Okkultismus nach 1945

Tagung im Museum für Gegenwartskunst Siegen, vom 7. bis 9. Mai 2015 Organisiert von Joseph Imorde und Ina Schmied-Knittel


Viele Ausstellungen der letzten Jahre haben sich darum bemüht, das Verhältnis von „Kunst und Okkultismus“ (neu) zu bestimmen und das vermeintlich „Irrationale“ in seiner künstlerischen Bearbeitung kuratorisch dergestalt aufzuarbeiten, dass es als überzeitliches Phänomen greifbar werden konnte. Es ging dabei besonders um die Überwindung alter kunsthistorischer Meistererzählungen durch die Aufarbeitung „verborgener“ Geschichten abendländischer Bildproduktion: Magisches oder religiöses Denken, Animismus, Spiritismus, Okkultismus, das Dämonische oder das Übernatürliche haben sich durch die Jahrhunderte in der jeweils zeitgenössischen visuellen Kultur niedergeschlagen und dabei Dokumente hinterlassen, in denen unter anderem das Prekäre und Ungelöste der menschlichen Existenz vor Augen gestellt wurde.

Mittlerweile ist die mediale und ästhetische Proliferation okkulter Phänomene geradezu zur Alltäglichkeit geworden. Vor allem durch Film und Fernsehen haben sich Bilder des Übersinnlichen und Unheimlichen dermaßen verbreitet, dass in der Kunst eine Kultur bildlicher Simulacren des „Außergewöhnlichen“ entstanden ist und sich etabliert hat. Man könnte vielleicht von einer medialen Gewöhnung an das Außergewöhnliche sprechen, von einer Immanentisierung des Okkulten durch populäre Bilddiskurse. Dies lässt sich, so die These, bereits an künstlerischen Positionen der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts festmachen – etwa bei Francis Bacon oder Sigmar Polke. In beiden Fällen werden nicht mehr die okkulten Phänomene an sich thematisiert, sondern die diskursiven Umschichtungen vergangener Be- und Verarbeitungsformen zur Anschauung gebracht. Polkes Werke sind, ähnlich wie die Bacons, durchsetzt mit Hinweisen auf eine intensive Rezeption parapsychologischer Bilder, Texte und Praktiken. Die spezifischen Rekurse treffen dabei sehr unterschiedliche Aussagen nicht nur zum Problem des künstlerischen Schaffens an sich, sondern auch zu Fragen nach dem Status avantgardistischer Bilder nach ’45.

Die Tagung will die angedeutete Verbindung zwischen Kunst und Okkultismus erforschen und dabei insbesondere die Frage nach der Wirkmacht okkulter Phänomene in medialer Verarbeitung in der Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts ins Zentrum rücken. Dabei geht es ebenso um die Analyse der in den Bildern selbst verhandelten Positionen zu Okkultismus und Spiritismus als auch um die Erweiterung und Komplizierung der kunsthistorisch verbürgten Erzählungen zur modernen Bildproduktion. Gesucht werden sowohl theoretische Beiträge als auch solche, die auf konkreten empirischen Forschungsergebnissen aufbauend etwa zu den hier beispielhaft angeführten Themenkomplexen Stellung nehmen:

• Kunst und Okkultismus im historischen Kontext

• „Mediumismus“ in zeitgenössischer Kunst

• „Okkulte“ Aspekte in modernem Kunstschaffen und Bildproduktion

• Grenzwissenschaftliche Ansätze des Bildverstehens

• Populäre Bilddiskurse des Okkultismus in der Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts

 

 

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